Warum Modeblogger für mich (k)ein Traumjob ist

Warum Modeblogger für mich (k)ein Traumjob ist

*Werbung, keine Kooperation 

Traumjob Modeblogger?

“Pausenlos um die Welt jetten, heute in New York, morgen in Dubai & übermorgen gehts dann nach Paris. Wenn man dann kurz mal zuhause ist holt man seine zahlreichen Pakete von der Post ab & packt auf Instatsories schnell eine Designertasche nach der anderen aus, die einem die Firmen natürlich gerne einfach so schenken.”

So oder zumindest so ähnlich scheinen sich viele junge Mädchen, den Alltag einer Modebloggerin heute vorzustellen. Nicht umsonst ist der Beruf in den letzten Jahren zum absoluten Traumjob avanciert. Wo man früher noch Model, Schauspielerin oder Sängerin werden wollte, strebt man heute danach der nächste Stern am Blogger-Himmel zu werden – ist ja vermeintlich auch viel erreichbarer & die ganz Großen zeigen wie schön einfach das Leben sein kann.

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Die Wahrheit sieht meiner Meinung nach ziemlich anders aus. Ich habe in mehr als zwei Jahren, die ich mittlerweile in der Onlinewelt aktiv bin auch schon so einige Schattenseiten erleben müssen.

Versteht mich nicht falsch: mein Blog ist mein Baby & ich bin mehr als dankbar & stolz auf das, was ich mir hier neben dem Studium aufgebaut habe. Trotzdem würde ich Bloggen zumindest als Vollzeit Beschäftigung, aktuell nicht als meinen Traumjob bezeichnen, im folgenden möchte ich euch erklären warum.

1. Allein in der “Selbstständigkeit”

Wenn ihr hauptberuflich bloggen wollt werdet ihr in 99% aller Fälle selbstständig sein. Das klingt erstmal unglaublich cool & erwachsen. Glaubt mir auch ich war mächtig stolz, als mein kleines Hobby erste Früchte abgeworfen hat & ich ein Gewerbe anmelden musste.

Abgesehen von der ganzen Coolness bedeutet Selbstständigkeit aber vor allem eins: Arbeit, Arbeit & noch mehr Arbeit, man sagt ja nicht umsonst selbst & ständig. Und Arbeit bedeutet nicht nur Pakete auspacken oder schöne Bilder machen. Ihr müsst euch genauso um Organisatorisches & Bürokram kümmern. Euer Blog sollte rechtlich immer auf dem neuesten Stand sein, sonst kann es schnell sehr teuer werden. Es gilt Verträge zu checken, Rechnungen zu schreiben & die Steuer muss auch irgendwann gemacht werden.

Von dem Gedanken euch für alles einen externen Fachmann zu suchen verabschiedet ihr euch lieber gleich, das ist zumindest als Newcomer aus Kostengründen nicht wirklich möglich. Stattdessen werdet ihr den Hauptteil eurer Zeit in Recherche investieren müssen: Werbekennzeichnung & DSGVO waren hier nur zwei meiner Lieblingsthemen dieses Jahr. Natürlich bekommt man Unterstützung von Familie & Freunden (an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle meine Liebsten – ohne euch wäre so viel gar nicht möglich), letztendlich seid aber trotzdem ihr für alles verantwortlich & haftbar – eine Last die bei unklaren rechtlichen Regelungen teilweise nur schwer zu tragen ist.

Außerdem müsst ihr ständig up to date sein & alle neuen Trends im Auge zu behalten um auch ja nichts zu verpassen, denn die Onlinewelt schläft quasi nie. Erinnert ihr euch z.B. noch an die Aufregung als gegen Anfang des Jahres Vero bekannt geworden ist & Panik in der gesamten Bloggerwelt ausbrach, da jeder Angst hatte zu spät aufzuspringen?

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2. ständige Flexibilität ist gefragt

Wenn ihr beruflich Bloggen wollt ist ein extremes Maß an Flexibilität gefragt (mir ist klar, dass das heutzutage auch in vielen anderen Berufen ein Muss ist), für ein Event dürft/ müsst ihr schonmal für einen Tag spontan woanders hin. Das kann super schön sein, ist auf Dauer aber auch für jedes soziale Umfeld belastend.

Zudem plant ihr vielleicht tagelang euren Content, nur um diesen dann wegen einer spontan reinkommenden Kooperation, bei der ihr aber unbedingt mitmachen möchtet wieder umzuschmeißen.

Das klingt oberflächlich betrachtet sicher alles total spannend, ich würde mir nach zwei Jahren aber tatsächlich manchmal etwas mehr Routine & Planbarkeit für meinen Alltag wünschen.

3. Unsicherheit & unregelmäßiges Einkommen

Neben all der Flexibilität die ihr an den Tag legen müsst ist für mich im Hinblick auf die Zukunft einer der kritischsten Punkte die finanzielle Unsicherheit. Es ist zwar kein Geheimnis mehr, dass man vom Bloggen mittlerweile (unter Umständen sicher auch sehr gut) leben kann. Da ihr jedoch selbstständig &abhängig von der Auftragslage der Firmen seid, schwankt dieses Einkommen beträchtlich. Für mich als Studentin ist das aktuell noch kein großes Problem. Wenn ich aber daran denke später einmal größere finanzielle Verpflichtungen zu haben als aktuell, bin ich schon froh dann ein geregeltes Einkommen zu haben, mit dem ich planen kann.

4. Konkurrenz unter Bloggern

Zudem gibt es mittlerweile eine relativ große Konkurrenz in der Branche, da es aktuell einfach so viele Mädels gibt, die auch Bloggen bzw. Instagram machen wollen. Ich kann das absolut verstehen, da es auch mir viel Freude macht & es zumindest oberflächlich betrachtet natürlich wie der absolute Traumjob aussieht.

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Dennoch ist es mittlerweile eine Ellenbogen-Branche in der sich natürlich jeder selbst das größte Stückchen vom Kuchen sichern will. Versteht mich nicht falsch, ich habe durch Instagram & Events schon super viele nette Mädels kennengelernt & viele sind auch sehr hilfsbereit. Trotzdem stehen wir natürlich oft unbewusst in einer gewissen Konkurrenz zueinander (die Ausnahme bilden extreme Nischen, in denen weniger Konkurrenz vorhanden ist).

Ich würde jetzt aber mal behaupten, dass es von den Basic Mode/ Lifestyle/ Beauty-Instagramern (zu denen auch ich mich zähle) mittlerweile wirklich ziemlich viele gibt, sodass zumindest für jene unter uns die ihre Ausbildung/ ihr Studium dafür auf Eis gelegt haben & Vollzeit auf die App setzen wollen, untergründig schon ein beträchtlicher Druck besteht.

Natürlich gilt “nobody is you & that is your superpower” aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass nicht auch ich diesen von Zeit zu Zeit verspüre. Die ganze IG Welt ist durch ihre Fixierung auf Zahlen einfach auf einen ständigen Vergleich angelegt, der einen im Zweifelsfall ganz schön runterziehen kann. Wie ich mit meinen Gefühlen im Bezug auf Instagram umgehe habe ich euch schon in diesem Blogpost geschrieben. Generell kann ich hier nur erneut anfügen, dass ich wirklich froh bin, bin nicht darauf verlassen zu müssen. So kann ich es (meistens) locker angehen & machen auf was ich Lust habe. Wenn es gut läuft ist das toll & für mich die schönste Bestätigung. Allerdings wird in absehbarer Zeit auch meine Studienzeit beendet sein & danach werde ich Vollzeit in eine ganz andere Richtung arbeiten. Und wisst ihr was: ich freue mich schon wahnsinnig darauf.

5. Sinn der eigenen Tätigkeit

Denn so sehr ich das Bloggen, die damit verbundene Kreativität & den Austausch mit euch liebe fehlt mir in letzter Zeit vor allem eins: Sinn in meiner Tätigkeit. Natürlich bieten Blogger Inspiration & ich gönne es wirklich jedem der diesen Beruf von Herzen machen möchte. Dennoch kann man Bloggen meiner Meinung nach einfach nicht mit der Sinnhaftigkeit anderer Tätigkeiten (z.B. Krankenhaus, Polizei etc.) nicht vergleichen & das sage ich selbst als Blogger. Ich möchte damit auch niemanden angreifen, glaubt mir ich habe wahnsinnig großen Respekt vor den Frauen die sich damit riesige Imperien aufgebaut haben & glaube sie arbeiten sicher mehr als viele andere.

Dennoch bleibt diese Arbeit, auch wenn es viel & man es versucht es schön zu verpacken  eben letztendlich meist eins: Werbung. Heute für dies & morgen für das. Wenn einen das zufrieden macht ist das absolut in Ordnung, nur ich merke für mich selbst immer mehr, dass ich eben “mehr” möchte. Ich sage es in der Regel immer so: “Ich liebe Bloggen & ich liebe es über mein Leben zu berichten. Aber ich möchte ein Leben über das ich berichten kann & Bloggen soll nicht mein Leben sein.”

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Natürlich liebe ich Bloggen & all die damit verbundenen wunderschönen Aspekte trotzdem sehr & könnte mir zum jetzigen Zeitpunkt absolut nicht vorstellen damit aufzuhören, da es über die letzten Jahre einfach so ein großer Teil meines Lebens geworden ist, ich möchte es eben nur langfristig gesehen eher auf der nebenberuflichen Schiene halten (sofern es mit der Arbeit vereinbar ist), da mich persönlich das glücklicher machen würde.

Mich würde interessieren wie ihr das seht: Wünscht ihr euch vom Bloggen leben zu können oder ist es für euch auch eher ein tolles Hobby/ Nebenjob? 

Ich bin gespannt auf eure Meinungen! xxx Anna

 

18 Kommentare

  1. 11. November 2018 / 19:03

    Da wir unseren Blog ja erst ein paar Monate haben, ist der “Konkurrenzkampf” für uns zum Glück noch gar kein Thema, und der Austausch mit anderen steht eindeutig im Vordergrund. Ich habe da aber auch schon ganz andere Geschichten gehört… aber Ellenbogen-Denken gibt es wohl in jedem Job.
    Grüße
    Nessa
    https://ichdupasst.blog

    • youcantellanybody
      Autor
      12. November 2018 / 11:59

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂 Ich finde es schön, dass ihr das Bloggen von der Seite seht – so macht es auch am meisten Spaß 🙂 xxx

  2. 11. November 2018 / 19:13

    Toller Artikel! Bloggen vermittelt die Leidenschaft eines Menschen und ich finde das sollte auch so bleiben. Diese hysterische Suche nach Ruhm und Erfolg ist meiner Meinung nach tödlich für jede Leidenschaft. Es ist schön, dass du das entspannt siehst.

    Liebste Grüße aus Hamburg!
    Valerie

    • youcantellanybody
      Autor
      12. November 2018 / 11:59

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar Valerie 🙂 Da kann ich dir wirklich nur zustimmen. xxx

  3. 12. November 2018 / 7:37

    Meine Liebe, ich finde es toll, dass du hier so tiefgründige Themen zur Social Media Welt betrachtest. Viele haben meiner Meinung nach hier wirklich ein komplett falsches Bild. Ich lasse mich auch schon lange nicht mehr davon stressen, natürlich bin ich im Verhältnis zu dir winzig 😀 Aber auch da kann man sich echt stress machen, wenn es nicht voran geht. Ich arbeite 40 Std/Woche und kann meinen Blog und IG einfach nur nebenbei machen, es gibt Tage da nervt es mich und ich würde mehr Zeit investieren und dann gibt es Tage, da bin ich froh, dass es nur ein “Nebenjob” ist und ich entscheiden kann, ob und was ich jetzt tue.

    Wo ich mir allerdings wirklich schwer tue…. Das vieles Werbung ist finde ich auch blöd auf der anderen Seite bekommt man gerade als kleiner Blogger mit “Berichten aus meinem Leben” die kein Schnickschnack, Werbung etc. behalten wenig bis keine Leser. Ich bin froh, dass ich meine Leidenschaft zu lesen mit dem Blog via Rezensionsexemplare ausschmücken kann, da weiß ich, dass es trotzdem eine große Leidenschaft von mir ist (das Lesen).

    Ich bin gespannt wo deine und meine Reise hingeht. Ich hoffe immer von dir lesen zu können, wenn auch nicht mehr in kleinen Abständen etc., weil der Hauptjob viel Arbeit abverlangt. Bin gespannt, was du darüber dann erzählen wirst, wenn es soweit ist.

    Liebe Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

    • youcantellanybody
      Autor
      12. November 2018 / 12:02

      Liebe Eileen vielen Dank für deinen super lieben Kommentar 🙂 freue mich echt über deine Worte! Ich habe mir früher auch viel mehr “Stress” mit dem Bloggen gemacht aber das hat mich einfach nicht glücklich gemacht bzw. ausgefüllt. Deswegen versuche ich jetzt alles etwas lockerer anzugehen & bin damit insgesamt zufriedener. Deinen Blog finde ich übrigens super schön & freue mich immer sehr über deine Rezensionen – da kriege ich immer gleich ein bisschen Inspiration was ich selber lesen könnte. xxx

  4. 12. November 2018 / 14:50

    Ja ja ja und nochmal ja!!! 🙂
    Toller Post Anna und ich musste bei jeden deiner Punkte heftigst mit dem Kopf nicken und zustimmen 🙂
    Generell liebe ich meinen Blog und die Insta-Welt, aber ich könnte mir auch nicht vorstellen einmal komplett nur auf diesen Weg zu bauen. Einfach auch weil ich es genieße ein festes Gehalt zu haben, mit dem ich jeden Monat planen kann 😉

    xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

    • youcantellanybody
      Autor
      18. November 2018 / 16:24

      Liebe Tina, das freut mich sehr, dass du dem Blogpost zustimmen kannst. Ich sehe das auch so. Ich mag diese Welt sehr aber eben nur als Nebenberuf 🙂 xxx

  5. 12. November 2018 / 19:43

    Du spricht mir da echt aus der Seele!
    Ich finde auch, dass der Job ein Job ist und kein Traumberuf. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Ich selbst bin selbstständig und eines fehlt mir jeden Tag sehr: Tapetenwechsel und der soziale Kontakt – abseits von sozialen Netzwerken. Natürlich mache ich es gerne. Aber andererseits ist es auch ein Job, der nicht wertgeschätzt wird, was ich sehr traurig finde.

    Liebe Grüße
    Katja

    http://www.cestlevi.blog | Follow me on Instagram

    • youcantellanybody
      Autor
      18. November 2018 / 16:26

      Liebe Katja, vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂 Ich kann dir nur zustimmen: es ist ein richtiger Job, der eben auch wie jeder andere seine Nachteile hat. Die fehlende soziale Wertschätzung ist für mich persönlich auch sehr kritisch, ich hoffe das ändert sich irgendwann mal. xxx

  6. 13. November 2018 / 7:44

    Sehr schöner und interessanter Beitrag! Mein Blog ist und bleibt mein Hobby, mir wären diese ganzen Termine, das viele Reisen und der Druck ohnehin viel zu viel…

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

    • youcantellanybody
      Autor
      18. November 2018 / 16:27

      Liebe Jimena, vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂 ich glaube den Druck könnte ich auf Dauer auch nicht aushalten. xxx

  7. 18. November 2018 / 13:21

    Wahre Worte! Leider höre ich viel zu oft, dass man sich das Leben als Blogger anders vorstellt als es ist. Schön, dass du darauf aufmerksam machst und es nüchtern betrachtest. Ich hoffe, das lesen einige!

    Liebe Grüße,
    Saskia Katharina

    • youcantellanybody
      Autor
      18. November 2018 / 16:27

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂 das sehe ich genauso – ich hoffe echt, der Post wirft mal ein realistischeres Licht auf den Beruf. xxx

  8. 20. November 2018 / 23:52

    Ich kann dich so gut verstehen, unterschreibe alle Punkte! Dennoch bin auch sehr froh, mich so in meiner Kreativität beruflich ausleben zu können.

    • youcantellanybody
      Autor
      25. November 2018 / 14:02

      Liebe Andrea, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Das kann ich sehr gut verstehen, ich denke es ist einfach auch eine Typfrage ob einem die Selbstständigkeit liegt oder nicht. xxx

  9. 21. November 2018 / 22:38

    Huhu Anna,

    Erstmal toller Beitrag! Ich finde man muss auch die Schattenseiten des Bloggens wissen und das es eben auch eine Selbstständigkeit wie jede andere ist.
    Trotzdem liebe ich es zu blogge und möchte gerne davon leben können. Aber ich finde auch das man sich da breit fächern muss.

    Liebe Grüße
    Tiffy von tiffyribbon.com

    • youcantellanybody
      Autor
      25. November 2018 / 14:04

      Liebe Tiffy vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂 ich kann dich gut verstehen & denke, dass viele Blogger diesen Traum haben. Ich persönlich musste feststellen, dass es für mich nichts ist, aber ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass es für dich super klappt. xxx

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