Werbewahnsinn auf Instagram

Werbewahnsinn auf Instagram

*Werbung, da Markennennung

Guten Morgen ihr Lieben 🙂

Ich freue mich, dass ihr heute hier vorbeischaut, da es heute um ein wichtiges Thema gehen soll: Werbung bei Bloggern/ Influencern. UrsprĂŒnglich sollte der heutige Post thematisieren, wie ihr bei Kooperationen besser verhandeln könnt. Aufgrund der Aufregung zur Kennzeichnungspflicht die diese Woche auf Instagram losgebrochen ist, verschiebe ich dieses Thema aber und möchte mich heute zuerst zum Thema Werbungskennzeichnung Ă€ußern.

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Ich muss zugeben, dass auch ich zu Beginn meiner Instagramnutzung 2015 oft noch lediglich mit dem #sponsored gekennzeichnet habe, da dies meiner Meinung nach ausreichend war & man sich einfach keine genauen Gedanken darum gemacht hat (was im Nachhinein betrachtet durchaus fahrlĂ€ssig ist). Seitdem die ersten Diskussionen darĂŒber losgebrochen sind ist mehr in mein Bewusstsein getreten, dass es fĂŒr euch nicht so transparent ist & ich lieber anders kennzeichnen sollte. Seitdem mache ich das indem ich ĂŒber meine Kooperationspostings (ob bezahlt oder auf Produktbasis) *Werbung schreibe.

Das sieht zwar nicht besonders schön aus & Follower haben sich bei mir sogar schon beschwert, dass das die GlaubwĂŒrdigkeit der Postings fĂŒr sie mindert, letztendlich ist es fĂŒr mich aber der rechtlich transparenteste Weg und deswegen richtig.

Seitdem habe ich es auch unterlassen andere Marken (mit denen ich keine Kooperationen habe) auf Bildern zu markieren. Da ich es sonst als Werbung markieren hĂ€tte mĂŒssen & das dann nicht wirklich transparent finde, da ich mit den Firmen ja nicht zusammenarbeite.

Trotzdem markiert habe ich natĂŒrlich Orte & Personen – ich meine so nehme ich euch ja in meinem Leben mit & zeige euch wo ich bin. Zudem markiere ich auch des öfteren Insposeiten, als Blogger einfach eine Maßnahme um entdeckt zu werden. Ich kann ehrlich gesagt hinter keiner der Aktionen etwas werbliches entdecken. Denn ganz ehrlich, meine Freunde bezahlen mich ganz sicher nicht dafĂŒr, dass ich sie verlinke – das wĂ€re ja noch schöner.

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Die neuerliche Abmahnwelle kann ich deswegen so gar nicht nachvollziehen. Geschichten wie die von Vanezia Blum & Vreni Frost machen mir Angst. Nicht einmal mehr das branded content tool von Instagram soll aktuell ausreichend rechtlich absichern. FĂŒr mich ist Bloggen nur ein Hobby und ich kann & will es mir noch leisten tausende € in Prozesse zu investieren.

FĂŒr mich aktuell das grĂ¶ĂŸte Problem: Ich trage teilweise sehr stark gebrandete Labels. Ich meine bei meiner Chanel Brosche, oder der Gucci Tasche weiß jeder sofort welches Label dahintersteht. Diese Produkte sind aber selbst gekauft. Glaubt mir wenn ich eine Kooperation mit Gucci hĂ€tte wĂ€re ich alleine aus Stolz ĂŒberall dick und fett WERBUNG hinschreiben. Aber ich schweife ab. Alleine dieses Erkennen von Marken auf Bildern (ohne das man sie nennt oder verlinkt) wurde bei einigen wohl auch abgemahnt.

Letztendlich muss ich deswegen wohl aktuell wirklich auf allen Bildern *Werbung/ Anzeige markieren, denn Marken könnte man ja schließlich ĂŒberall erkennen. Seht euch doch alleine die Bilder zu diesem Post an. Ich sehe schon auf den ersten Blick drei Marken …

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Ich finde es schade, dass man zu so einem Schritt gezwungen wird, da ich weiß wie es abschreckt, wenn ĂŒber jedem Post Werbung steht & es so aussieht, als ob man eine reine Dauerwerbesendung ist. Zudem finde ich es schlimm, dass es fĂŒr euch dadurch eigentlich intransparenter wird, da man sich irgendwann vermutlich an das *Werbung, das vor allem steht gewöhnt hat & die echten Kooperationen so eigentlich wieder weniger zu erkennen sind.

Ich möchte vor euch nichts verbergen & ganz ehrlich, ich bin auch stolz auf meine Kooperationen, zeige diese gerne & stehe zu 100% hinter ihnen. Deswegen habe ich mir fĂŒr den jetzigen Zeitpunkt folgende “Lösung” ausgedacht:

Vor Postings die ohne Kooperation entstanden sind werde ich in Zukunft *Werbung (wahlweise mit: da Markennennung, da Orstverlinkung, da Personennennung etc.) markieren um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Vor Postings die in Zusammenarbeit mit Firmen entstanden sind werde ich *Anzeige schreiben. So können die Leute die sich damit beschÀftigen wenigstens noch einen Unterschied erkennen.

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Über 800 IG Posts & 100 Blogposts habe ich die letzte Woche ĂŒberarbeitet. Zeit die fĂŒr mich sinnlos verbracht ist, da ich vorher meiner Meinung nach transparenter gekennzeichnet habe. Zeit, die ich mit besserem verbringen hĂ€tte können. Ich finde es ehrlich gesagt sehr schade, dass uns Bloggern immer mehr Steine in den Weg gelegt werden und ich muss sagen in letzter Zeit bereitet mir der Blog schon sehr viel Kopfzerbrechen (DSGVO, Werbung, Abmahnungen), die ich mir lieber gespart hĂ€tte, obwohl ich grundsĂ€tzlich immer noch finde, dass das Bloggen sich lohnt.

Ich hoffe einfach, dass bald eine rechtlich verbindliche Lösung beschlossen wird & man dann wenigstens genau weiß, was man wie kennzeichnen muss. Wenn die aktuelle Panikwelle dazu fĂŒhrt, dass dieses Thema endlich mehr MedienprĂ€senz bekommt, rechtlich verbindliches beschlossen wird & Abmahnvereinen so die HĂ€nde gebunden werden, war sie wenigstens nicht umsonst. Denn momentan ist vor allem diese Unsicherheit das schlimmste. Keiner weiß, wie man rechtlich alles richtig macht & jedes Gericht kann anders entscheiden.

Wer bis jetzt immer noch nicht richtig kennzeichnet (ich sehe leider immer noch Leute), egal ob aus FahrlĂ€ssigkeit, Unwissen oder gar Berechnung, dem kann ich nur raten das nochmal zu ĂŒberdenken & seine Posts zu ĂŒberarbeiten. Ich wĂŒnsche so einen Kleinkrieg echt niemandem und drĂŒcke den aktuell betroffenen MĂ€dels die Daumen, dass fĂŒr sie alles halbwegs gut ausgeht.

Schreibt mir in die Kommentare gerne, wie ihr mit dem Thema Werbekennzeichnung umgeht & was ihr von der aktuellen Panik haltet. xxx Anna

20 Kommentare

  1. 24. Juni 2018 / 14:25

    Ohja dieses Thema ist derzeit unumgĂ€nglich und beschĂ€ftigt Mich auch total. Gerade bei selbstgekauften Produkten, Orten und Freunden die man verlinkt – ist das doch totaler Schwachsinn! Und ich verstehe außerdem nicht wie man fĂŒr etwas abgemahnt werden kann, wo doch meine einheitliche Regelung besteht?! Hier muss wirklich etwas geschehen… am traurigsten finde ich da auch noch , dass getade dejr große influencer und YouTuber es nicht zu erwischen scheint? Oder sie sprechen nur nicht darĂŒber …
    Naja mal schauen ob und was nun als nĂ€chstes geschieht 😉

    Xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 14:31

      Ich denke das Thema beschĂ€ftigt zurzeit echt alle Blogger. Das wundert mich ĂŒbrigens auch, dass eigentlich noch niemand richtig großes darĂŒber gesprochen hat, da gibt es ja immer noch genug, die kaum kennzeichnen. Ich bin mir nicht sicher ob die die Strafe einfach zahlen und es dann totschweigen … xxx

  2. 24. Juni 2018 / 14:46

    Liebe Anna,

    ich finde das Thema auch sehr spannend und finde es toll, dass du es ansprichst, sodass man sich dazu austauschen kann.
    Ich finde diese Welle auch so furchtbar und mir tuen die Blogger und Influencer so leid, die es erwischt hat.
    Leider ist es fĂŒr die Leser mit dieser Regelung nicht mehr klar, was unsere Meinung ĂŒber die Produkte sind und was Werbung. Mich macht das alles so ein bisschen wĂŒtend 😀 Denn irgendwie nimmt man uns doch daruch die Meinungsfreiheit.

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Katja

    http://www.cestlevi.blog | Follow me on Instagram

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 14:33

      Mir tuten die betreffenden MĂ€dels auch so leid. Jetzt vor Gericht etwas austragen zu mĂŒssen, wo Deutschland mit der Gesetzgebung hinterherhinkt ist einfach unglaublich unfair … das mit der Intransparenz finde ich auch schlimm. Selbst ich erkenne jetzt nichtmehr, was Werbung ist & was nicht – wie soll das Außenstehenden gehen?! xxx

  3. Dj
    24. Juni 2018 / 14:53

    Ich persönlich finde es schade, dass es Blogger gibt, die alles verĂ€ndern, nur weil ein Gericht eine andere Rechtsauffassung hat. Denn damit passen sie sich ja dem irritierenden Gesetz an. Solange zumindest bis ein anderes Gericht anderer Meinung ist. Und das sollte nicht sein. Es gibt ein Trennungsgebot. Und wenn ich Content und Werbung klar, deutlich und ehrlich trenne, dann sollte man auch dazu stehen. Denn, und dafĂŒr sollte man sich auch mittlerweile ganz stark machen, Blogger und Influencer sind keine Unternehmen im Sinne. Blogger und Influencer erstellen Ihren Content eigentlich kostenlos. Es gibt aber Maßnahmen um Geld zu verdienen und das ist Werbung. Das markieren oder verlinken von Marken oder Ähnlichen ist etwas, was alle machen. Was einfach zum Internet bzw. zu Social Media dazu gehört. Und das sollte man auch klar sagen, dass sich immer mehr kennzeichnen und zu machen, was die Leser noch viel mehr irritiert. Den wenn man jetzt Werbung markiert, die keine ist und Werbung wird ja nicht positiv gesehen, dass bekommen Leser ein ganz anderes Bild von einem. Das sollte nicht sein und statt brav alles zu verĂ€ndern, wĂŒrde ich mich doch echt mal langsam fĂŒr die eigenen Rechte stark machen.
    Das Du jetzt Werbung und Anzeige fĂŒr unterschiedliche Sachen kennzeichnen möchtest ist ja schon und gut. Nur doof, dass Werbung und Anzeige, rechtlich gesehen, genau das Gleiche ist und auch das Gleiche bedeutet.

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 14:37

      Hey DJ vielen Dank fĂŒr deinen interessanten Kommentar, grundsĂ€tzlich kann ich deine Sichtweise nachvollziehen. Ich muss allerdings sagen, dass ich wie viele andere auch keine Lust hĂ€tte, eine noch unklare Rechtslage, auf meinem RĂŒcken (und auf meine Kosten, die in die Tausende geht), vor einem Gericht auszutragen. Und die ersten Entscheidungen zeigen ja, dass man anscheinend schlechte Chancen hat. Dazu ist mir ehrlich gesagt meine Zeit und mein Geld zu schade & das werden die meisten anderen Blogger wohl genauso sehen. Also so edel und richtig deine Meinung ist, ich glaube letztendlich möchte sich da verstĂ€ndlicherweise jeder selber vor Schaden schĂŒtzen. Liebe GrĂŒĂŸe Anna

  4. 24. Juni 2018 / 19:35

    Hallo Anna, die Werbungskennzeichnung finde ich an sich gut aber durch die momentane Situation und das somit eig alles Werbung ist, erkenne ich keinen richtigen Sinn. NatĂŒrlich werde auch ich meine Seiten ĂŒberarbeiten. Den auch die kleinen sind davor nicht geschĂŒtzt aber du hast es gut auf den Punkt gebracht: Als hĂ€tte man nichts anderes zu tun. Zudem kehrt in meinem Augen nie Ruhe in die Szene. Mal sind es Abmahnungen, dann die DSGVO und jetzt die Werbegeschichte als solche. Ich Frage mich was wird noch alles kommen?
    Liebe GrĂŒĂŸe Eileen

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 14:38

      Das frage ich mich aktuell auch 
 momentan ist wirklich viel da, dass einem die Lust am Bloggen nimmt. Bist du den gut dabei vorangekommen, deine BeitrĂ€ge zu ĂŒberarbeiten ? xxx

  5. 25. Juni 2018 / 12:59

    Liebe Anna,

    es ist echt schlimm, was mittlerweile alles abgemahnt wird. Auch ich habe aus diesem Grund alle meine Insta-Posts ĂŒberarbeitet und ziemlich viele als Werbung markiert, obwohl es keine Kooperationen sind. Ich handhabe es wie du, dass ich sonst Anzeige davor schreibe. Finde auch, dass es insgesamt intransparenter wird, aber wer hat schon Bock auf einen Prozess und die Kosten?! Hoffen wir auf eine sichere Regelung in Zukunft.

    Liebst
    Eve von http://www.eveblogazine.com

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 14:41

      Ich hoffe auch auf eine richtige Regelung. Mittlerweile kann selbst ich bei vielen Bloggern nicht mehr nachvollziehen, was Kooperation ist & was nicht – das kann doch nicht der Sinn sein 
 xxx

  6. 25. Juni 2018 / 19:06

    Das wird alles immer verrĂŒckter. Am krassesten die Kennzeichnungspflicht bei Bildern, auf denen man Logos ( und damit Marken) erkennen kann. Das hat absolut nichts mehr mit Transparenz zu tun wie ich finde.

    Ein sehr cooler Post, liebe Anna!:)

    xx Franzi

    http://franziskanazarenus.com/

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 14:44

      Vielen Dank fĂŒr deinen Kommentar liebe Franzi 🙂 das mit der Werbekennzeichnung finde ich auch so schlimm zurzeit – ich habe zB fast auf allen Bildern eine Tasche bei der man sehr eindeutig das Label erkennt. Deswegen habe ich einfach mal alles als Werbung gekennzeichnet – man weiß ja nie. Ich hoffe wir laufen uns nĂ€chste Woche ĂŒber den Weg. xxx

  7. 30. Juni 2018 / 20:21

    Ich bin von der aktuellen Situation auch geschockt und finde es total ĂŒbertrieben. Die Transparenz bleibt damit total auf der Spur. Aber was will man machen, man muss ja leider mitziehen und alles entsprechend als Werbung kennzeichnen. Mit Labels ist das natĂŒrlich richtig schwierig und eine ganz blöde Situation.

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 14:46

      Ja fas finde ich auch. Ich habe jetzt aufgrund der Labels einfach alles gekennzeichnet & finde man erkennt jetzt echt richtig schlecht was Kooperation ist & was nicht 
 xxx

  8. 1. Juli 2018 / 15:08

    Mir geht es da Àhnlich. ich habe die letzte Woche auch verdammt viel Zeit in die Bearbeitung meiner alten Posts auf Instagram und meinem Blog investiert. Letztendlich habe ich bei Instagram sogar hunderte gelöscht, weil ich mir Zeit und Nerven sparen wollte. Wirklich schade, dass das ganze jetzt so ausartet und unterm Strich die so oft geforderte und auch wichtige Transparenz flöten geht.

    Liebe GrĂŒĂŸe, Milli
    (https://www.millilovesfashion.de)

    • youcantellanybody
      Autor
      1. Juli 2018 / 15:10

      Oh man das tut mir leid, dass du Bilder löschen musstest. Ich war auch schon kurz davor, weil mich das Bearbeiten so genervt hat. Und wie du schon sagst – Transparenz ist dadurch mittlerweile gleich 0. xxx

  9. 5. Juli 2018 / 12:25

    Ich find diese Abmahnwelle auch echt merkwĂŒrdig. Nur wegen Marken markieren?! VerrĂŒckt.

    • youcantellanybody
      Autor
      6. Juli 2018 / 13:11

      Richtig verrĂŒckt, du sagst es … xxx

  10. 10. Juli 2018 / 13:27

    Hier muss definitiv eine Regelung her. Ich finde es einfach nur schade, dass hier nichts getan wird.

    Liebe GrĂŒĂŸe,
    Saskia Katharina

    • youcantellanybody
      Autor
      11. Juli 2018 / 10:42

      Das sehe ich genauso – hier muss schleunigst etwas getan werden. xxx

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